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Thesis (Volltext auf Russisch) als PDF-Datei
Helge Steckmann
"1st Memory Alloys GmbH"
Autorreferat
der Dissertation zur Erlangung des akademischen
Grades
Doktor rerum naturalium (Dr. rer. nat.)
unter wissenschaftlicher Führung und Betreuung
von Dr. Viktor Prieb
Berlin/Kiew-1996
Allgemeine Charakteristik der Doktorarbeit:
Einführung
Die Formgedächtnislegierungen (FGL) gehören zu einer
neuen Klasse von Werkstoffen mit besonderen Eigenschaften. Das innovative
Potential dieser Legierungen ist noch lange nicht erschöpft. Es ist nicht nur
mit den metallkundischen Herstellungsproblemen dieser besonders präziesen
Legierungen mit erforderlichen und stabielen Charakteristiken, sondern auch mit
dem Mangel von grundlegenden und zuverlässigen experimentellen Ergebnissen
verbunden. Dies betrifft vor allem die experimentellen Ergebnisse über die
Natur der Hysterese und der Thermoelastizität. Außerdem fehlen die sich auf
diesen Ergebnissen basierenden, theoretischen Modelle, welche die für die Anwendung
erforderlichen Eigenschaften und das Verhalten von FGS erfolgreich beschreiben
und vorhersagen können. Diese Situation besteht heute noch trotz der während des letzten
Jahrhundertsviertels intensieven Erforschung sowohl von Formgedächtniseigenschaften
an sich als auch von diesen Eigenschaften zugrunde liegenden Strukturphänomenen.
Die Formgedächtniseffekte in Memory-Legierungen werden durch die athermen martensitischen Umwandlungen mit der
sogenannten thermoelastischen Kinetik verursacht. Diese Umwandlungen führen zu
einer reversiblen Änderung von Legierungseigenschaften in Abhängigkeit von
der Temperatur. Die Reversibilität besteht darin, daß die thermodynamischen
Parameter des Systems nach einem geschlossenen Zyklus zu ihren Ausgangswerten
zurückkehren. Der ganze Prozeß ist allerdings irreversibel, denn die
thermodynamischen Trajektorien des Systems kommen bei seiner Bewegungen
"hin" und "zurück" nicht zusammen und bilden eine
Hystereseschleife. Die Fläche der Hystereseschleife charakterisiert Reibungsverluste, d. h.
die in einem Zyklus dissipierte Energie.
Die Umwandlungsthermoelastizität offenbart sich graphisch als Steigung der ganzen Hystereseschleife
(Veränderung eines internen Parameter wie z. B. der Phasenfraktion des Martensits) zu der die
Veränderung eines externen Parameters (z. B. die Temperatur) beschreibenden Koordinatenachse.
Die Thermoelastizität beschreibenden thermodynamischen Modelle, verbinden diese mit der Wirkung einer nicht chemischen
treibenden Umwandlungskraft. Die Kraft entsteht vor allem durch die Speicherung
der elastischen Energie im System während des Wachstums der neuen Phase. Die
gespeicherte, elastische Energie widersteht diesem Wachstum und führt zur
Abweichung des Systems von dem globalen Gleichgewicht. Die
Umwandlungstrajektorie entspricht dabei einer Reihenfolge von lokalen
metastabilen Gleichgewichtszuständen.
Derartige Beschreibung im Rahmen der Gleichgewichtsthermodynamik schließt hysteretische
Phänomene nicht ein. Für eine vollständige Beschreibung der Hystereseschleife
wird in die Bilanz der treibenden Umwandlungskräfte ein dissipativer Term
eingeführt, welcher das thermodynamische Umwandlungsstimulanz ebenfalls vermindert.
Die Natur sowohl des nicht chemischen als auch des dissipativen Terms ist in
Details nicht erforscht und wird lediglich in allgemeinem diskutiert. Man geht
allerdings apriori davon aus, daß die beiden von einander unabhängig sind.
Von der anderen Seite wurde es in manchen, immer noch seltenen, experimentellen Untersuchungen
des Hystereseinneren der thermoelastischen martensitischen Umwandlung
durch die partiellen Zyklen festgestellt, daß sowohl die nicht chemische als
auch die dissipative treibende Kraft eine lineare Abhängigkeit von der
Phasenfraktion des Martensits aufweist, was einer parabolischen Abhängigkeit
der Energie entspricht. Diesbezüglich hätte man gleich schließen können, daß
die beiden von der gleichen Natur sind und offensichtlich mit der Verteilung
der elastischen Energie - ihrer Speicherung und Dissipation - während der
martensitischen Hin- und R?ckumwandlung verbunden sind.
Die Frage über die Natur der Thermoelastizität und der Hysterese und über ihren Zusammenhang,
die eine Schlüsselfrage im Sinne von sowohl grundlegenden als auch praktischen
Aspekten der Entwicklung von Formgedächtnislegierungen darstellt, bleibt also
bis heute weder theoretisch noch experimentell beantwortet.
Das Forschungsziel und die Forschungsaufgaben.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Frage über den Zusammenhang zwischen der Thermoelastizität und der Hysterese
oder der gespeicherten, elastischen Energie und der dissipierten Energie zu
klären, indem die Untersuchung der Hysterese der thermoinduzierten
martensitischen Umwandlung und der ferroelastischen Hysterese, die bei der
zyklischen Zug-Druck-Verformung von FGL-Proben in vollkommen
martensitischem Zustand entsteht, und der Vergleich der auf den gleichen
Einkristallproben gewonnenen Ergebnisse durchgeführt werden.
Um das Ziel zu erreichen, wurden folgende konkrete Aufgaben gestellt:
-
Die thermodynamischen Parameter und die Hysteresecharakteristiken der thermoinduzierten
martensitischen Umwandlung experimentell zu ermitteln.
-
Das Innere der thermischen Hysterese und die Lage der Linie des globalen
Zweiphasengleichgewichts in partiellen Zyklen mit der Aufnahme von Umwandlungstrajektorien
innerhalb der Haupthystereseschleife zu untersuchen.
-
Die Form- und die Größeänderungen der Hystereseschleife während des Übergangs
vom pseudoelastischen zum ferroelastischen Verhalten zu untersuchen und verschiedene Beiträge
zu der nicht elastischen Verformung festzustellen.
-
Das Innere der ferroelastischen Hysterese in partiellen Zyklen zu untersuchen und die
Linie des globalen mechanischen Gleichgewichts der Mischung von
Martensitdomänen festzustellen.
-
Abhängigkeit der in geschlossenen partiellen Umwandlungs- bzw. Verformungszyklen
dissipierten Energie von der Phasenfraktion des Martensits bzw. von der
ferroelastischen Verformungsamplitude festzustellen.
-
Besonderheiten von Innentrajektorien der thermischen bzw. ferroelastischen
Hysterese zu untersuchen.
Es wurde auch die Vergleichsanalyse des hysteretischen Verhaltens von FGL und
von Ferromagnetiken durchgeführt, die sich auf der experimentell festgestellten
Ähnlichkeit der Form und des Inneren der ferroelastischen und ferromagnetischen
Hystereseschleifen basiert. Als Untersuchungsobjekte wurden Einkristalle der
Cu-Basis FGL Cu-Al-X (X - Zn, Ni, Mn) mit der
Elektronenkonzentration nah zu e=1,48 ausgewählt.
Wissenschaftliche Neuheit
-
Das Hystereseinnere der thermoinduzierten martensitischen Umwandlung wurde durch die partiellen
Zyklen untersucht, und die Existenz von zwei geraden Linien innerhalb der
Hystereseschleife festgestellt, die dem globalen Zweiphasengleichgewicht
entsprechen und eine Schleife der inneren latenten Hysterese bilden.
-
Es wurde eine parabolische Abhängigkeit der dissipierten Energie von der Phasenfraktion des
Martensits festgestellt und gezeigt, daß die Abweichung der Umwandlungstrajektorie
von der Linie des globalen Gleichgewichts auf die partielle oder auch
komplette Dissipation der gespeicherten, elastischen Energie zurückzuführen ist.
-
Aufgrund von gewonnenen experimentellen Ergebnissen ist eine neue
von der früheren Tong-Wayman-Methode abweichende Bestimmungsmethode der Temperatur
des Zweiphasengleichgewichts vorgeschlagen worden.
-
Zum ersten Mal wurde eine detaillierte experimentelle Untersuchung des ferroelastischen
Verhaltens durchgeführt und die Existenz einer Diagonale innerhalb der ferroelastischen
Hystereseschleife gezeigt, die mit der Verformungskoordinatenachse (Null-Spannungsachse)
zusammenkommt und dem indifferenten globalen Gleichgewicht der Mischung von
Martensitdomänen entspricht.
-
Es wurde die Orientierungsabhängigkeit der
Parameter der ferroelastischen Hysterese untersucht und das flussigartige
Verhalten der Einkristalle mit einer bestimmten Orientierung bei ihrer
Verformung in martensitischem Zustand festgestellt.
-
Es wurde eine parabolische Abhängigkeit der dissipierten Energie von der ferroelastischen Verformungsamplitude
festgestellt und gezeigt, daß die Abweichung der die ferroelastische
Hystereseschleife bildenden Linien des lokalen, metastabilen Gleichgewichts von
der Linie des globalen Gleichgewichts auf komplette Dissipation der gespeicherten,
elastischen Energie zurückzuführen ist.
-
Eine bis ins Detail vollkommene Ähnlichkeit der Schleifen und des
Inneren der ferroelastischen und der ferromagnetischen Hysterese wurde
experimentell nachgewiesen, und die Analyse der gewonnenen Ergebnisse wurde
aufgrund der in der Theorie des Ferromagnetismus entwickelten Vorstellungen
durchgeführt.
-
Auf der Basis der durchgeführten Untersuchungen wurde der Schluß gezogen, daß die
Thermoelastizitüt und die Hysterese der martensitischen Umwandlungen von
Formgedächtnislegierungen von einander nicht trennbar sind, im Sinne der Nichttrennbarkeit
der ihnen zugrunde liegenden Prozesse - der Speicherung und der Dissipation der elastischen
Umwandlungsenergie.
Wissenschaftliche und praktische Bedeutung
-
Die in der Arbeit gewonnenen Ergebnisse über das Innere der ferroelastischen und thermischen
Hysterese und über den Zusammenhang zwischen der Thermoelastizität und der
Hysterese sind für die Überprüfung der existirenden Modelle der
thermoelastischen martensitischen Umwandlungen wie für die Entwicklung von
neuen Modellen grundlegend
-
Die Untersuchungsergebnisse über die Besonderheiten der Innentrajektorien und des
Hystereseverhaltens, wie das Gedächtnis auf die Kehrstellen, die Degradierung
der Hystereseschleife und die Erhöhung der Rückumwandlungstemperatur nach den
Zyklen der ferroelastischen Verformung sind für das Modellieren und für die
Vorhersage des nichtelastischen, hysteretischen Verhaltens und der
Formgedächtniseigenschaften von entscheidender Bedeutung.
Die zur Promotion stehenden Feststellungen
-
Die Temperatur des Zweiphasengleichgewichts wird durch die Linien innerhalb der thermischen
Hystereseschleife bestimmt, die dem globalen Zweiphasengleichgewicht während
der Hin- und Rückumwandlung entsprechen.
-
Das Innere der ferroelastischen Hysterese wird durch die Linien der inneren Elastizität und
des inneren Fließens sowie durch die Null-Spannung-Diagonale mit der
Null-Steigung geprägt, die dem globalen Gleichgewicht der Mischung von
Martensitdomänen entspricht.
-
Die ferroelastische und die ferromagnetische Hysterese sind equivalent im Sinne der
Ähnlichkeit ihrer Eigenschaften: ihre Unabhängigkeit von der Temperatur, ihre
Orientierungsabhängigkeit einschließlich der Existenz einer Achse der leichtesten
Außeneinwirkung, der parabolischen Abhängigkeit der dissipierten Energie von der Zyklusamplitude
(ferroelastische Verformung bzw. Magnetisierung).
Approbation der Ergebnisse
Die Arbeisergebnisse wurden an der "Hauptversammlungen der Deutschen
Gesellschaft für Materialkunde" (Friedrichshafen 1993 und Göttingen 1994),
an der internationalen Konferenz "ICOMAT-95" (Lausanne 1995) und an
dem ersten amerikanisch-russischen Seminar "New Physical and Mathematical
Principles in Computer Aided Design of Shape Memory Materials. Material,
Properties and Application" (Sankt-Petersburg 1995) vorgetragen. Die
Ergebnisse sind in 7 Veröffentlichungen verfaßt.
Volumen und Aufbau der Doktorarbeit
Die Doktorarbeit besteht aus sieben Kapiteln, einschließlich einer Einführung und einer Schlusselfolgerung.
Sie enthält drei Tabellen, 35 Abbildungen und ein Literaturverzeichnis aus 204 Referenzen.
Der allgemeine Inhalt der Doktorarbeit
Das zweite Kapitel: "Besonderheiten der thermoelastischen
martensitischen Umwandlungen und Formgedächtniseigenschaften von Cu-Basis
Memory-Legierungen" stellt eine Übersicht der veröffentlichten Daten über die Thermodynamik
und Kinetik der thermoelastischen martensitischen Umwandlungen sowie über die mit
ihnen verbundenen nichtelastischen Effekte von Formgedächtnislegierungen mit
dem Akzent auf die Cu-Basis Legierungen dar. Die kristallographischen Strukturen der
austenitischen und martensitischen Phasen werden betrachtet, und es wird dabei gezeigt,
daß in den Cu-Basis Legierungen mehrere Hochtemperaturmodifikationen des Austenits möglich
sind, von denen die angeordneten B2- und DO3-Strukturen die Grundphasen sind.
Der Martensit wird als eine der langperiodischen 2H-, 3R-, 6R-,
9R und 18R-Strukturen gebildet. Verschiedene Übergangsvarianten zwischen den
austenitischen und martensitischen Strukturen während der Temperatur- bzw.
Außenspannungsänderung werden gezeigt.
Die Thermodynamik der thermoelastischen martensitischen Umwandlungen wird betrachtet.
Die Bilanz von treibenden Umwandlungskräften wird analysiert, die von
Kurdjumov für die Beschreibung des thermoelastischen Gleichgewichts zwischen
dem wachsenden bzw. schrumpfenden Martensit und dem Austenit eingeführt worden war.
Die Frage über Bestimmung
der Phasengleichgewichtstemperatur wird detailliert analysiert. Diese Frage
hängt mit der Bestimmung der Linien des globalen Phasengleichgewichts zusammen
und wird zu der Schlüsselfrage der Doktorarbeit. Daten über die kinetischen
Besonderheiten der thermoelastischen martensitischen Umwandlungen werden dargestellt.
Die Besonderheiten des nichtelastischen und hysteretischen Verhaltens von Cu-Basis
Formgedächtnislegierungen werden betrachtet, die grundsätzlich mit der
Vielfältigkeit der martensitischen Umwandlungen verbunden sind.
Ein besonderes Augenmerk wird in der Literaturübersicht auf die der Analyse des thermoelastischen
und hysteretischen Verhaltens gewidmeten thermodynamischen und anderen
theoretischen Modellen und auf die diesen Modellen zugrunde liegenden
experimentellen Ergebnisse gerichtet. Dabei werden die vorhandenen Diskrepanzen und
spekulative Grundsätze dieser Modelle insbesondere betrachtet.
Im dritten Kapitel: "Untersuchungsaufgaben, -objekte und -methodiken"
wird die Analyse der widerspüchlichen
Theoriegrundsätze einerseits und des Zusammenhangs zwischen der
Thermoelastizität und der Hysterese auf der Basis von in der Literatur bereits
vorhandenen experimentellen Daten andererseits durchgeführt. Aufgrund dieser Analyse werden
die Forschungsaufgaben formuliert und
Auswahl von für die Lösung dieser Aufgaben notwendigen Untersuchungsobjekten
und -methoden getroffen.
Aus der Analyse von vorhandenen experimentellen Daten folgt es, daß die Steigung der Hystereseschleifen
nicht nur durch die Speicherung der elastischen Energie, wie es in dem
thermoelastischen Modell betrachtet wird, sondern auch durch die Dissipation
dieser Energie verursacht wird. Die Speicherung der elastischen Energie bewirkt
lediglich die Steigung der Linie des globalen Gleichgewichts innerhalb der
Hystereseschleife. Es wird in der Literatur falsch angenommen, daß diese
Gleichgewichtslinie den die Haupthystereseschleife bildenden Trajektorien
parallel verläuft. Es gibt keine experimentellen Daten in der Fachliteratur, die diese
Annahme eindeutig nachweisen. Gleichwohl gibt es eine ganze Reihe von Arbeiten,
in denen die Existenz von zwei Linien des globalen Gleichgewichts festgestellt
wurde, die eine innere latente Hystereseschleife mit einer sich von dieser der
Haupthystereseschleife unterscheidenden Steigung bilden.
Aufgrund der durchgeführten Analyse wird der Schluß gezogen, daß die Natur der
Thermoelastizität und der Hysterese, ihr Zusammenhang, die Natur von
metastabilen Zuständen, die inneren, das Innere der Hystereseschleifen
charakterisierenden Trajektorien bis heute unerklärt bleiben. Es wird gezeigt,
daß die Durchführung von Modellexperimenten für die Klärung der Natur von
Hauptbeiträgen zu der Bilanz der treibenden Umwandlungskräften notwendig ist,
in denen unterschiedliche, die Form und die Größe der Hystereseschleifen
beeinflussende Faktore gezielt getrennt werden. Zu derartigen Experimenten gehört vor
allem die Untersuchung der ferroelastischen Hysterese in Einkristallproben.
Die Cu-Basis Formgedächtnislegierungen wurden als Untersuchungsobjekte ausgewählt. Diese
Legierungen weisen je nach der Wärmebehandlung und nach der Außenwirkung
unterschiedliche Umwandlungsketten und dementsprechend unterschiedliche
Formen der Hystereseschleifen auf. Die charakteristischen
Umwandlungstemperaturen und Einkristallorientierungen sind in eine Tabelle zusammengeführt.
Die Einkristalle wurden nach einer modifizierten Bridgement Methode gezüchtet und nach einem
Schema der Stufenabschreckung wärmebehandelt. Die elektronenmikroskopischen
Strukturuntersuchungen wurden in JEOL-200C durchgeführt. Die Untersuchungen der
thermischen Hysterese und die Messungen von thermodynamischen Parametern wurden
in einem differenzialen Skannierungskalorimeter "PERKIN ELMER"
aufgenommen. Die mechanischen Tests wurden mit Hilfe von einer
"in-situ"- Maschine durchgeführt, welche die gleichzeitige Beobachtung der Probenoberfläche
in einem Lichtmikroskop und die gleichzeitige Messung den elektrischen Widerstand der Probe
während ihrer Verformung ermöglichte.
Das vierte Kapitel: "Hysterese der thermoinduzierten Umwandlung"
ist der Untersuchung von allgemeinen Gesetzmäßigkeiten der thermischen
Hysterese gewidmet. Die heterogene Keimbildung von mehreren parallelen Platten (Lamellen)
des 9R-Martensits findet innerhalb des homogenen B2-Austenits statt.
Die allgemeine Form und das Innere der thermischen Hystereseschleifen werden experimentell ermittelt und
diskutiert. Das Innere der Hystereseschleifen wurde durch die partiellen Zyklen
nach verschiedenen Schemata untersucht. Existenz von zwei geraden Linien
des globalen Zweiphasengleichgewichts innerhalb der Haupthystereseschleife
wurde festgestellt. Diese Linien entsprechen den Start- und Finischtemperaturen
der martensitischen Hin- und Rückumwandlungen in partiellen Zyklen. Die Steigung dieser
Linien kann sowohl positiv als auch negativ sein, ist aber in der Tat sehr
klein. Im Falle der breiten Hysterese (etwa 20°C) sind die Linien einander
parallel und der Temperaturkoordinatenachse senkrecht. Im Falle der schmalen
(etwa 4°C), asymmetrischen Hystereseschleifen liegen diese Geraden, wie auch die
Diagonale, welche die Start- und Finischtemperaturen der Hin- und Rückumwandlungen
der Haupthystereseschleife verbindet, nah zu senkrecht. Die Asymmetrie der
Hystereseschleifen führt zu unterschiedlicher Steigung der Linien des globalen
Gleichgewichts, während ihre Steigung relativ der entsprechenden
Umwandlungstrajektorien der Haupthystereseschleife gleich bleibt.
Aufgrund der Untersuchung der Linien des globalen Gleichgewichts wird eine im Vergleich zu
der von Tong und Wayman neue Bestimmungsmethode der
Zweiphasengleichgewichtstemperatur vorgeschlagen. Diese Temperatur wird als ein
Mittelwert zwischen der Start- und der Finischtemperatur bei den partiellen
Umwandlungen berechnet, wobei die diesen Temperaturen entsprechenden Linien zu
der Null-Phasenfraktion des Martensits extrapoliert werden.
Die thermodynamischen Umwandlungscharakteristiken wurden bei verschiedenen Skanierungsgeschwindigkeiten
gemessen und berechnet. Ein Thermoelastizitätskoeffizient, als eine
quantitative thermodynamische Charakteristik, wird in einer allgemeinen
Energieform eingeführt.
So eine Definition läßt die Steigung von Hystereseschleifen bei allen Arten des
hysteretischen Verhaltens von Formgedächtnislegierungen - des ferro-, pseudo-
und thermoelastischen - vergleichen. Die quantitativen Werte der
Thermoelastizitätskoeffizienten wurden aus experimentellen Daten berechnet.
Aus der Analyse der Form von Hystereseschleifen und der Lage der Linie des globalen
Gleichgewichts werden alle Beiträge zu der Energiebilanz in einem geschlossenen
Umwandlungszuklus empirisch festgestellt, welche die Form und die Größe der
thermischen Hystereseschleife und ihre Abhängigkeit von der Phasenfraktion des
Martensits bestimmen. Diese Abhängigkeit kann in allgemeinem als eine
Kombination von linearen und parabolischen Termen dargestellt werden.
Der lineare Term beschreibt die dissipierte Energie, die der Fläche der inneren latenten
Hystereseschleife entspricht und mit der Keimbildung und Umwandlungswärme
verbunden ist. Der Koeffizient der
linearen Abhängigkeit wird durch die Strukturdefekten des Kristalls und die
Skannierungsgeschwindigkeit beeinflußt - je näher die Umwandlungsbedingungen zu
den adiabatischen sind, und je mehr Strukturdefekten der Kristall aufweist, desto größer ist dieser
Koeffizient. Der letzte parabolische Term beschreibt die Speicherung der elastischen Energie und wird durch
die Steigung der Linie des globalen Gleichgewichts bestimmt.
Der erste parabolische Term beschreibt die Dissipation derselben gespeicherten,
elastischen Energie während des Wachstums von Martensitkristallen. Die
Dissipation wird durch die Akkomodationsprozesse, die Zusammenwirckung von
Martensitkristallen miteinander, mit Defekten und freien Ober- oder
Innenflächen verursacht. Die Werte der vollen dissipierten Energie wurden als
die Fläche der Haupthystereseschleife berechnet und sind in einer Tabelle gesammelt.
Die auf der einheitlichen Basis durchgeführte Analyse läßt nicht nur die in der Arbeit
gewonnenen Ergebnisse miteinander oder mit den anderen, veröffentlichten Daten
vergleichen und häufig schon dadurch die in der Literatur vorhandenen
Diskrepanzen in verschiedenen Interpretationen beseitigen sondern auch viele zusätzliche
Informationen aus diesen veröffentlichten, aber manchmal nicht ausreichend
analysierten Daten gewinnen. Derartiger Vorgang bestätigt die Korrektheit und
die Allgemeinheit der Hauptergebnisse dieser Arbeit.
Das fünfte Kapitel: "Ferroelastische Hysterese" enthält
die Untersuchungsergebnisse über das ferroelastische Verhalten
derselben Einkristalle, auf welchen die thermische Hysterese untersucht wurde.
Dabei wurde auch der Übergang von der Pseudoelastizität zu der Ferroelastizität bei der
Temperatursenkung über den Zweiphasentemperaturbereich hinaus untersucht.
Die Zug- und Druckschleifen der pseudoelastischen Hysterese verwandeln sich in die Schleife der
ferroelastischen Hysterese nicht durch ihre Annäherung der
Elastizitätslinie entlang, wie es aus dem Landau-Ginsburg-Modell und ähnlichen Theorien
folgt, sondern durch ihre Annäherung und gleichzeitig durch die
Steigungsänderung dieser Elastizitätslinien, was zur Entstehung einer halsförmigen Hystereseschleife
zwischen den Zug- und Druckelastizitätslinien führt. Die Steigung der Elastizitätslinien entspricht
einem effektiven Elastizitätsmodul der Zweiphasenmischung und wird durch die
Phasenfraktion des Martensits in dem Ausgangszweiphasenzustand bestimmt.
Die die Dissipation der elastischen Energie innerhalb eines kompleten Zug- Druckverformung im Zweiphasenzustzand
beschreibende Gleichung besteht allgemein aus drei Termen. Einer davon
charakterisiert Steigung der ferroelastischen Hystereseschleife, wird als energetische
Ferroelastizitätskoeffizient eingeführt und ist mit
dem Thermoelastizitätskoeffizienten vergleichbar. Die Gleichung entspricht dem
simultanen elastischen Verformen des Austenits und dem ferroelastischen
Verformen des Martensits in der Zweiphasenmischung.
Die Änderung des Koeffizienten linearer Abhängigkeit des elektrischen Widerstands
der Proben von der Verformung wurde beim Übergang von der Pseudoelastizität zu der Ferroelastizität
untersucht. Es ist festgestellt worden, daß die durch die Umorientierung von
Martensitdomänen zustande kommende, ferroelastische Verformung ebenso durch die
lineare Widerstandserhöhung begleitet wird. Der Koeffizient dieser linearen
Abhängigkeit ist allerdings bedeutend kleiner, als dieser für die
Widerstandserhöhung bei der pseudoelastischen Verformung.
Die pseudoelastische Verformung kommt durch die Bildung des bereits orientierten
Martensits unter der Einwirkung der Außenspannung zustande. Die Erhöhung des
elektrischen Widerstands bei der ferroelastischen Verformung ist auch auf die
Umwandlung des Restaustenits unter der Einwirkung der Außenspannung
zurückzuführen. Die nichtlinearen Effekte an
den Rändern der Schleifen der pseudoelastischen wie auch ferroelastischen
Hystereseschleifen hängen mit der Vergrößerung des Koeffizienten der linearen
Abhängigkeit des elektrischen Widerstands von der Verformung zusammen und
werden offensichtlich durch die Änderung der Gitterparameter unter der
Einwirckung der Außenspannung verursacht. Dies führt zur pseudoelastischen
Verformungsrückstellung der Probe, die den Rändern der ferroelastischen
Hystereseschleife entspricht.
Die ferroelastische Hystereseschleife in einer idealisierten, allgemeinen Form kann
als ein relativ der Verformungskoordinatenachse symmetrisch plaziertes
Parallelogramm dargestellt werden, das durch die geraden Zug- und Druck-Fließlinien
und die Zug- und Druck-Elastizitätslinien gebildet wird. Die Steigung der
Hystereseschleife wird durch den Ferroelastizitätskoeffizienten charakterisiert,
der die gleichen Werte bei dem Zug und Druck aufweist.
Das Innere der ferroelastischen Hystereseschleife wird durch die Existenz der inneren
Fließlinien und der inneren Elastizitätslinien charakterisiert. Die inneren
Elastizitätslinien ebenso wie die inneren Fließlinien sind bei den ausreichend großen
Verformungsamplituden von partiellen Hystereseschleifen einander und den
entsprechenden Linien der Haupthystereseschleife parallel. Dies verursacht die
Kongruenz der Haupthystereseschleife und der partiellen Schleifen.
Die Schnittpunkte der linear extrapolierten Elastizitäts- und Fließlinien in partiellen Zyklen
liegen an einer Geraden, welche die kürzere Diagonal des Parallelogramms darstellt und mit
der Verformungskoordinatenachse (Null-Spannungsachse) zusammenkommt. Dies
bedeutet, daß Umorientierung von Martensitdomänen, welche dem ferroelastischen
Fließen entspricht, sowohl beim Zug als auch beim Druck bei Null-Außenspannung
beginnt. Für einige Proben weichen die Fließgrenzen von der Null-Spannung ab und
liegen an zwei wagerechten, parallelen Linien, die eine innere Schleife der
latenten Hysterese bilden.
Die Diagonale mit der Null-Steigung beschreibt das indifferente globale Gleichgewicht von Martensitdomänen.
Die Null-Steigung weist auf die vollkommene Abwesenheit der Speicherung der
elastischen Energie hin während der durch die Verschiebung von leichtbeweglichen
Zwillingsgrenzen zustande kommende Umorientierung von Martensitdomänen. Das
lokaale metastabile, durch die Trajektorien der Haupthystereseschleife
beschriebene Gleichgewicht wird durch die vollständige Dissipation der
elastischen Energie erreicht, die bei der Zusammenwirkung von Martensitdomänen
miteinander oder der Zwillingsgrenzen mit Strukturdefekten stattfindet.
Aus der Analyse der Lage der Linien des globalen und des lokalen Gleichgewichts wurde die
Abhängigkeit der dissipierten Energie von der ferroelastzischen Verformungsamplitude
in verschiedenen partiellen Zyklen empirisch festgestellt.
Der erste lineare Term beschreibt die dissipierte Energie, die der latenten Hysterese
entspricht. Der zweite, parabolische Term entspricht der dissipierten Energie,
welche die Steigung der ferroelastischen Hystereseschleife bei der Abweichung der
realen Verformungstrajektorien von der Linie des globalen Gleichgewichts
verursacht. Die quantitativen Charakteristiken der ferroelastischen Hysterese,
die für alle Legierungen gemessen und berechnet worden sind, sind in einer Tabelle
gesammelt.
Ein Vergleich des Inneren der ferroelastischen und der ferromagnetischen Hystereseschleifen
zeigt vollkommene Ähnlichkeit sowohl dieser Schleifen als auch der
beschriebenen Besonderheiten des Inneren dieser Hystereseschleifen. Diese
äußerliche Ähnlichkeit weist auf die Ähnlichkeit von Prozessen der
ferroelastischen Verformung des Martensits und der Magnetisierung von
Ferromagnetiken hin.
Dies wird auch durch die gleichen Eigenschaften der ferroelastischen und der ferromagnetischen
Hysterese bestätigt. Es ist bekannt, daß die ferromagnetische Hysterese von der
Temperatur unabhängig ist. Das Experiment zeigt, daß die Form, die Größe und
das Innere der ferroelastischen Hystereseschleife genauso von der Temperatur des isothermen
Verformens im martensitischen Temperaturbereich unabhängig sind.
Die ferromagnetische Hysterese hängt von der Wirkungsrichtung des Außenmagnetfeldes
ab. Bei der Richtung der leichten Magnetisierung wird die maximale
Magnetisierung bei den minimalen hysteretischen Verlusten erreicht.
Diese Untersuchungen der ferroelastischen Hysterese von Einkristallproben zeigen, daß
alle Charakteristiken der ferroelastischen Hysterese von der Orientierung des
Einkristallprobe relativ der Einwirkungsachse der mechanischen Außenspannung stark abhängig sind.
In einem Extremfall führt dies zu einem flüssigartigen Verhalten von Einkristallproben
im martensitischen Zustand, indem die maximale (bis zu 15%)
ferroelastische Zug-Druck-Verformungsamplitude bei der sich praktisch der Null annähernden
Hysterese erreicht wird.
Das Innere der ferroelastischen Hysterese und die für die thermische Hysterese beobachtende
Tendenz der Linie des globalen Gleichgewichts zu der senkrechten Lage relativ
der Temperaturkoordinatenachse lassen folgenden Schluß ziehen:
Die Gleichgewichtszustände sowohl bei der martensitischen Umwandlung als auch bei
der Umorientierung von Martensitdomänen unter der Außenspannung werden in einem
idealen Fall - Abwesenheit von allmöglichen elastischen Zusammenwirkungen - durch
die Maxwell'sche Linie wie beim Übergang Flüssigkeit-Gas in
van-der-Waals'scher Theorie beschrieben.
Das sechste Kapitel: "Besonderheiten der inneren Trajektorien
der thermischen und ferroelastischen Hystereseschleifen" ist der Untersuchung
von Besonderheiten der inneren Trajektorien der
Hysterese gewidmet, die in partiellen Zyklen der ferroelastischen Verformung
bzw. der thermoinduzierten Umwandlung bei komplexen Zyklenschemata festzustellen
sind.
Das Gedächtnis auf die Kehrstellen bei den partiellen Zyklen wird in unterschiedlicher, von
den experimentellen Bedingungen abhängiger Form bei allen untersuchten
Legierungen mit großer ferroelastischer Hysterese beobachtet. Bei
unvollständigen, auf der Druck-Fließlinie abgebrochenen Verformungszyklen führt dieser Effekt
zur Existenz von zwei Druck-Fließlinien. Diese Linien werden durch die
Trajektorien des ersten und des zweiten bzw. weiterer Verformungsdurchgänge gebildet.
Der Effekt entsteht dadurch, daß die Fließgrenzen des zweiten Zyklus und weiterer partieller Zyklen
einander gleich, aber kleiner als die Fließgrenze des ersten Durchgangs sind.
Das Gedächtnis auf die Kehrstellen besteht darin, daß der
Ferroelastizitätskoeffizient der Trajektorie des zweiten Verformungsdurchgangs
bei ihrer Annäherung zu der Kehrstelle, wo der vorige partielle Zyklus abgebrochen
wurde, drastisch steigt und sich zu dem Elastizitätsmodul assymptotisch
annähert. Das gleiche Verhalten des Ferroelastizitätskoeffizienten wird an den
Rändern der ferroelastischen sowie pseudoelastischen Haupthystereseschleife beobachtet.
Die innere Trajektorie kommt dabei auf die Haupthystereseschleife direkt an der Kehrstelle
hin, und der Ferroelastizitätskoeffizient nimmt gleich an dieser Stelle seinen
ursprünglichen Wert an. Das gleiche Verhalten von inneren Trajektorien wird
beim Durchgang einer beliebigen inneren, partiellen Hystereseschleife
beobachtet. Dies führt dazu, daß:
Erstens, die sich die inneren Trajektorien innerhalb
eines partiellen Zyklus nie schneiden, wie es in manchen Arbeiten behauptet wird.
Zweitens, die innere, partielle Hystereseschleife während der
spiralförmigen Verkleinerung der Verformungsamplitude von partiellen Zyklen bis
zu einer Gerade degradiert.
Das zweite kommt dadurch zustande, daß die Trajektorienabschnitte mit dem steigenden
Ferroelastizitätskoeffizienten über die linearen Fließlinienabschnitte immer
mehr dominieren. Die Steigung der am Endeffekt zu einer Geraden degradierenden Hystereseschleife
ist der Steigung der Elastizitätslinie des Martensits gleich.
Bei der thermoinduzierten martensitischen Umwandlung besteht das Gedächtnis auf die
Kehrstellen darin, daß die vollständige kalorimetrische Kurve der
martensitischen Räckumwandlung nach Durchführung von einigen partiellen, bei den immer
tieferen Temperaturen umkehrenden Zyklen mehrere Maxima aufweist.
In den partiellen Zyklen wurde die Rückumwandlung abgebrochen und die Probe in
den vollkommen martensitischen Zustand zurückgekehrt. Die Maxima der
kalorimetrischen Erwärmungskurve liegen genau zwischen den Temperaturen, wo die
Rückumwandlung in den vorigen partiellen Zyklen abgebrochen wurde.
Das heißt, die Umwandlung wird
an den Kehrstellen gebremst und zwischen diesen Stellen
beschleunigt. Dieser Effekt ist in der Literatur als SMART-Effekt (step
martensitic transformation) bekannt, der in NiTi-Mehrkristallen auch
kalorimetrisch untersucht wurde.
Der Effekt der Hystereseausbreitung besteht in der Erhöhung bis auf 100°C der martensitischen
Rückumwandlungstemperaturen nach einigen Zyklen der
ferroelastischen Verformung. Der Effekt wird nur bei der ersten Erwärmung
beobachtet, wie es die kalorimetrischen Messungen zeigen.
Die charakteristischen Hin- und Rückumwandlungstemperaturen beim ersten Abkülen
und bei dem zweiten Erwärmen wie auch bei den folgenden thermischen
Umwandlungszyklen entsprechen wiederum den charakteristischen Temperaturen der
unverformten Ausgangsprobe. Zusammenhang zwischen diesen Effekten und den
Thermoelastizitäts- und Hystereseparametern ebenso wie die Anwendungsaspekte
der beobachtenden Besonderheiten des hysteretischen Verhaltens - einschließlich
der Rehabilitation der FGL-Eigenschaften nach einer langen Arbeit unter Zuklusbedingungen - und
des Mechanismus des Zweiweg-Effekts werden diskutiert.
Die Hauptergebnisse und Schlußfolgerungen:
-
Die Form der Hystereseschleife der thermoinduzierten
martensitischen Umwandlung und das Innere dieser Hystereseschleife waren experimentell
untersucht worden. Zwei Linien des globalen Zweiphasengleichgewichts sind festgestellt
worden, die eine innere Schleife der latenten Hysterese bilden. Diese Linien
sind den die Haupthystereseschleife bildenden Umwandlungstrahektorien nicht
parallel und liegen - ähnlich der Maxwell'schen Linie für die Umwandlungen von Systemen ohne
elastische Zusammenwirkung - der Temperaturkoordinatenachse nahezu senkrecht.
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Eine neue Bestimmungsmethode der
Zweiphasengleichgewichtstemperatur wird vorgeschlagen. Die Gleichgewichtstemperatur
entspricht dem Mittelwert der Starttemperaturen der Hin- und Rückumwandlungen.
Diese Starttemperaturen werden durch die lineare Extrapolation der beiden in
partiellen Umwandlungszyklen bestimmten Linien des globalen Gleichgewichts zur
Null-Phasenfraktion des Martensits bestimmt.
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Bei den Einkristallproben mit der
Orientierung der Außenspannungswirkungsachse [100]B2 wird das
flüssigartige Verhalten in martensitischem Zustand festgestellt. Das Verhalten
wird durch die praktisch abwesende Hysterese und abwesenden Widerstand der
Schubspannung charakterisiert.
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Die thermodynamischen Umwandlungscharakteristiken waren gemessen worden.
Quantitative Parameter der thermischen und ferroelastischen Hysterese:
dissipierte Energie, Thermoelastizitäts- und Ferroelastizitätskoeffizient -
sind in einer vergleichbaren Energieform eingeführt und gemessen worden. Parabolische
Abhängigkeit der dissipierten Energie von der Phasenfraktion des Martensits
(die thermische Hysterese) bzw. von der ferroelastischen Verformung (die
ferroelastische Hysterese) ist festgestellt worden. Lineare Abhängigkeit von
denselben Parametern beschreibt die der latenten Hysterese entsprechende
dissipierte Energie, welche mit der Wärmereibung verbunden ist.
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Die durch den parabolischen Term beschriebene dissipierte Energie
weist die elastische Natur auf, d.h., sie entspricht der teilweisen oder vollen Dissipation
der gespeicherten elastischen Energie, die im Thermoelastizitätsmodell betrachtet wird.
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Die Besonderheiten der Innentrajektorien der thermischen und
ferroelastischen Hysterese waren untersucht worden, die als Gedächtnis auf
die Kehrstellen, Degradierung der ferroelastischen Hystereseschleife und
die Ausbreitung der thermischen Hystereseschleife bezeichnet worden sind. Diese hängen
mit der Martensitstabilisierung durch Bildung von irreversiblen Defekten an
den Martensitgrenzen während der zyklischen Außenwirkung zusammen. Diese
Defekte sind von einer der von Versetzungen unterschiedlichen Natur und annihilieren
bei einer kurzzeitigen Erwärmung über das Temperaturinterval der martensitischen
Rückumwandlung.
Mehr dazu:
Thesis (deutsche Kurzfassung mit Abbildungen) als PDF-Datei
Thesis (Volltext auf Russisch) als PDF-Datei
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