|
Home
Dr. V. Prieb
Publikationen
Erfahrungen
Konsultationen
Forschungsprojekte
Entwicklung
Knowhow-Transfer
Materialmuster
Fachseminare
Fachrecherchen
Betreuung
Kooperationspartner
Auftrag
Rechtsvorbehalte
Kontakt
|
Thermoelastizität und Hysterese der martensitischen Umwandlungen von Formgedächtnislegierungen
Teil II. Ferroelastische Hysterese bei der Verformung von Cu-Basis Einkristallen in martensitischem Zustand
V. Prieb, H. Steckmann
"1st Memory Alloys GmbH"
Kurzfassung: Die Untersuchungsergebnisse über die
ferroelastische Hysterese bei der Durchführung von kompletten und partiellen Zug-Druck-Verformungszyklen
an Cu-Basis-Formgedächtnislegierungen in martensitischem Zustand werden präsentiert. Das
Innere der ferroelastischen Hysterese wird durch eine das globale Gleichgewicht
von Martensitvarianten beschreibende Diagonale charakterisiert, an der die
Umkehrpunkte von der inneren Elastizität zu den inneren Fließgrenzen während
der partiellen Zyklen liegen. Die Diagonale hat keine Steigung und liegt nahezu an
der Null-Spannung-Verformungsachse.
Keine Abhängigkeit von der Temperatur und sehr starke
Orientierungsabhängigkeit der ferroelastischen Hysterese wurden festgestellt.
Zum ersten Mal ist eine bis ins Detail gehende Ähnlichkeit zwischen den ferroelastischen
und ferromagnetischen Hystereseschleifen experimentell gezeigt worden. Eben aus
diesem guten Grunde wurde die untersuchte Hysterese "ferroelastisch" genannt.
Qualitative und quantitative Charakteristiken und Parameter der
ferroelastischen Hysterese wie die dissipative Energie und ihre parabolische
Abhängigkeit von der ferroelastischen Verformung, der Ferroelastizitätskoeffitient,
die mechanische Koerzitivkraft usw. sind definiert, experimentell gemessen und berechnet worden.
Einführung:
Ein spezifisches Merkmal von Formgedächtnislegierungen mit den
thermoelastischen martensitischen Umwandlungen ist Existenz von zwei
Verformungsmechanismen: die normale oktaedrische Gleitung (die normale
Plastizität) und die quasiplastische Verformung entweder durch die
spannungsinduzierte martensitische Umwandlung bei der Verformung in
austenitischem Zustand (Pseudoelastizität), oder durch die spannungsinduzierte
Umgruppierung von Martensitvarianten bei der Verformung in martensitischem
Zustand (Quasiplastizität).
Dieses Spezifikum verursacht nämlich die einzigartigen mechanischen
Eigenschaften von Formgedächtnislegierungen wie der Formgedächtniseffekt, die
Hochdämpfung etc. Trotz der zahlreichen, der Erforschung dieser Effekte
gewidmeten Arbeiten bleibt das Verformungsverhalten in martensitischem Zustand
bis heute noch nicht detailiert untersucht. Dies ist vor allem mit den Schwierigkeiten
der direkten Untersuchung von kompletten Verformungszyklen verbunden, die den
Wechsel der mechanischen Außenspannung vom Zug zum Druck auf derselben Probe
voraussetzt.
Die Ergebnisse so einer detailierten experimentellen Untersuchung der
ferroelastischen Hysterese präsentiert diese Arbeit. Die ferroelastische
Verformung von Einkristallen bietet die günstigste und einfachste Situation für
die Untersuchung des Hystereseverhalten an, denn keine Phasen- und
Kristallinengrenzen und Umwandlungswärme sind dabei vorhanden, und nur das
Zusammenwirken von Martensitvarianten und Martensitzwillingen während ihre
Umorientierung unter der Außenpannung trägt zu der Hysterese bei.
Zusammenfassung:
- eine im Verhältnis zu der Verformungsachse (Null-Spannungsachse) symmetrische Form der
Hystereseschleifen, die in einer idealisierten Darstellung als ein aus zwei
Dreiecken von der Zug- und Druckseiten oder ein aus einem inneren
Parallelogramm und zwei Dreiecken bestehendes Parallelogramm betrachtet werden
kann;
- Unabhängigkeit der Hystereseparameter von der Temperatur;
- eine bis ins Detail gehende Ähnlichkeit zwischen der ferroelastischen Hysterese und
der ferromagnetischen Hysterese;
Das durch die partiellen Zyklen untersuchte Innere der ferroelastischen Hysterese kann durch
das Vorhandensein von folgenden Merkmalen verallgemeinert werden:
- die innere Elastizität bei Umkehr von der Zug- bzw. Druckseite in die Hysterese hinein;
- die inneren, einander parallel verlaufenden Zug- und Druck-Fließlinien;
- die nah an der Verformungsachse (Null-Spannungsachse) ligende Diagonale, die durch die
Schnittpunkte der linear extrapolierten inneren Elastizitäts- und Fließlinien gebildet wird;
- Kongruenz der inneren Hystereseschleifen und der Haupthystereseschleife bei den großen
Verformungsamplituden, die durch die Parallelität von Fließlinien nachgewiesen wird.
Mehr dazu:
Der Artikel (Volltext, Deutsch) als PDF-file
Kontakt
Home
|
|