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Druckbandagen und Gradientensysteme
auf der Basis von TiNi Memory-Legierungen im Medizinbereich
Viktor Prieb
"1st Memory Alloys GmbH", Berlin, 1997
Kurzfassung: Der hier präsentierten Vorrichtung liegen die
Eigenschaften von Metalldrähten mit dem Memory-Effekt zugrunde. Beim Erwärmen
setzt ein spezifischer Verformungsprozess ein, nämmlich die martensitische
Rückumwandlung, die zu einer Kompression führt. TiNi-Memory-Drähte sind in
einen elastischen Stoff eingearbeitet und werden durch den elektrischen Strom erwärmt.
Einführung - Medizinische probleme:
Die Kompressionsbehandlung der chronischen Venenkrankheiten und Lymphödeme in
Phlebologie hat das Ziel die venöse Insuffizienz zu kompensieren ihr Fortschreiten
zu vermeiden. Dies wird bei der dekompensierten venösen Insuffizienz mit Ödem
mit den Kompressionsverband und zur Aufrechterhaltung des kompensierten
Zustandes mit dem Kompressionsstrumpf erreicht. Als zusätzliche Maßnahme wird
die apparative Kompression eingesetzt.
Die Kompressionsverbände und -strümpfe werden aus elastischen Stoffen hergestellt und müssen je nach der
Kompressionsklasse den Druck auf das Ödem von 20 bis 60 mmHg gewährleisten. Bei
der apparativen Kompressionstherapie werden mehr oder einkammerige
Gummimangetten verwendet, die durch die Lüfteinfüllung die behandelte Stelle
abwechselnd komprimieren und druckentlasten. Verwendung dieser medizinischen
Hilfsmittel ist mit einer ganzen Reihe von Problemen verbunden:
1. Während der Entödematisierung durch den elastischen Kompressionsverband gibt die ausgeübte
Kraft linear nach, was die anwendung von Dauerverbänden erschwert.
2. Verwendung von Kompressionsstrümpfen liefert ein erhebliches Problem beim Anziehen und zwar je
größer der Arbeitsdruck sein muß, desto starrere ist das Strumpfgewebe und
desto schwieriger ist das Anziehen und Ausziehen des Strumpfes.
3. Die Gummimanschetten werden durch eine Pumpe mit der Lüft eingefüllt. Bei der mehrkammerigen
Manschetten (so genannte Gradientsystem) ist jede Kammer durch einen Schlauch
mit der Pumpe verbunden, um eine fortlaufende Druckwelle zu erzeugen. Die
Druckwellenlänge kann dementsprechend nur begrenzt verkleinert werden. Diese
Technik ist sehr massiv und setzt dadurch eine stationäre Behandlung voraus.
Zusammenfassung:
Die von uns entwickelten und patentierten passive Pressbandagen und aktive Kompressionsbandagen als
Gradientsystem mit druckausübenden Arbeitselementen aus Formgedächtnislegierungen
lassen all diese medizinischen Probleme grundsätzlich lösen und außerdem alle
drei Funktionen von Prinzip her in einem System erreichen.
Ein ganz wesentlicher Vorteil der Bandagen mit Memory-Elementen bei der Kompressionsbehandlung
besteht darin, dass der ausgeübte Druck während der andauernden Behandlung und
Entödematisierung im Unterschied zu üblichen elastischen Verbänden konstant
bleibt oder sogar steigt.
Aktive, elektronisch gesteuerte Kompressionsbandage erzeugt fortlaufende Druckwellen und imitiert
dadurch den Massageeffekt. Die Massage wird bei der Ödemebehandlung sehr oft
gebraucht und erfolgt bis heute noch per Hand. Sie bezweckt Verdrängung der
Flüßigkeit aus Lymhödemen.
Mehr dazu:
Artikel zum Patent (Volltext, Deutsch) aks pdf-Datei
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