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Einfluss der Ultraschallbehandlung auf die Oberfläche von Gewindeteilen
eines Fotoobjektives aus Alu und Messing


Dr. V. Prieb
"MFS-Büro Dr. Prieb"


im Auftrag von
"Leica AG" und "Ultrasonics Steckmann GmbH"

Kurzfassung: Die lichtmikroskopischen Untersuchungen der Oberfläche von Gewindeteilen des Fotoobjektivs eines Fotoapparates nach ihrer Fertigung, ihrem Handschliff und nach ihrer verschiedenen Ultraschallbehandlung sind durchgeführt worden. Die im Vergleich zum Handschleifen deutlich effektivere Wirkung der Ultraschallbehandlung von eingeschraubten Objektivteilen ist festgestellt worden.

Die Effektivität der Ultraschallbehandlung bei verschiedenem Aufbringen der Sonotrode auf die beiden Objektivteile und die Sonotrodenform werden ebenfalls untersucht und diskutiert.


Einführung:
Die Oberflächen der Gewindeteile eines Fotoobjektivs sind nach der Fertigung sehr rau. Die lichtmikroskopischen Aufnahmen von flachen Gewindeabschnitten der Messing- und Alu-Objektivteilen weisen darauf hin, dass die Reibung an dem Gewinde der ineinander eingeschraubten Teile hauptsächlich durch die Oberflächenrauhigkeit des Alu-Teils nach dem Fräsen/Drehen des Gewindes verursacht wird.

Um die Reibung an den Oberflächen der sich bei präzisen Einstellungen des Fotoobjektivs bewegenden Gewindeteile zu minimieren, werden diese immer noch handgeschliffen. Diese Handarbeit ist nicht nur aufwendig sondern auch wenig effektiv. Wie die lichtmikroskopischen Aufnahmen zeigen, bleibt vor allem die handgeschliffene Alu-Oberfläche rau. Die ausgerissenen Alu-Teilchen werden abgerundet, dem Gewinde entlang ausgerichtet (texturiert) und zum Teil in die Oberfläche eingeschmiert, was eine Reibungsminderung zufolge haben soll.

Eine effektive, maschinelle, sich leicht automatisieren lassende Methode - wie z. B. Ultraschallbehandlung - wird gesucht.


Zusammenfassung:
Dem positiven Einfluss der US-Behandlung auf die Rauhigkeit der reibenden Oberflächen liegt die in der vorigen Arbeit untersuchte Metallplastifizierung zugrunde. Die eingeschraubten Objektivteile üben aufeinander, besonders an rauen Stellen der Gewindeoberfläche, den mechanischen Druck aus. Beim Anlegen des Ultraschalls entstehen tangentiale Schwingungen, die zur Wärmeproduktion an der Oberfläche führen. Durch die Wirkung des mechanischen Drucks und der Wärme wird die Alu-Fließgrenze erreicht, d. h. die Alu-Teilchen werden plastifiziert und in die Oberfläche des Alu-Teils eingeschmiert, so dass ein perfekter Glätteeffekt erzielt wird.


Mehr dazu:
Bericht (Volltext mit Fotos, Deutsch) als PDF-Datei


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